Wenn ich mal wieder gefragt werde was ich gerade tue, ich habe mich jetzt mal eine Woche um die PCs hier gekümmert, die alle neu eingerichtet werden mussten.

Eine sehr entspannte Arbeit muss ich sagen, Instalation starten und abwarten. Am meisten warten darf man wenn Daten aus dem Internet gebraucht werden. Download starten und hoffen, dass er noch in diesem Jahrhundert fertig wird. Aber schon eine interessante Arbeit. Die einzige Schwierigkeit die ich jetzt habe ist, wem von den Leuten hier versuche ich das alles beizubringen. Irgendwer muss sich um die Rechner kümmern wenn ich weg bin, und eigentlich hat keiner auch nur im entferntesten eine Ahnung davon. Ist halt anstrengend wenn man auch alle grundlegendsten Dinge erst erklären muss.

Nebenbei schreiten die Planungen für meine Zeit nach Peru voran. Ich habe mich bei dem Studentenwerk Karlsruhe um einen Wohnheimplatz beworben, Anfang des nächsten Monats kann ich mich auch für das Studium selber bewerben. Auch bin ich mit der Planung eines neuen Blogs beschäftigt, der nach Peru diesen hier ablösen soll. Darin wird es dann hauptsächlich politische Meinung geben. Design schreibe ich komplett selber, gehostet wird wohl auf einem österreichischen Privatserver xin.at. (Domain-)Name weiß ich noch nicht.

Es ist zwar inzwischen auch schon wieder etwas her, aber nach dem letzten Blogeintrag bin ich für ein verlängertes Wochenende (1.Mai Feiertag, Montag freigenommen) nach Puerto Bermudez gereist.

Das liegt auf etwa 200m Höhe also so richtig im flachen Amazonasdschungel. Es wäre auch die nächste Stadt von der aus ich mit einem Boot nach Iquitos fahren könnte, liegt schließlich an einem Amazonaszufluss.
Auf der Hinfahrt sind wir dabei erstmal bis Villa Rica gefahren, DIE Kaffee-Stadt. Der dort produzierte Kaffee wurde überall auf der Welt von den verschiedensten Institutionen prämiert, und gehört (genau wie ProSoYa) zu den höchstgelegenen Kaffeeanbaugebieten weltweit. Wir, das hieß eigentlich ich und Rebecca. Spontan hatte sich uns noch Juan angeschlossen und in Puerto Bermudez kam dann Jan, der Freiwillige aus Pozuzo hinterher. Nachdem wir uns eine Unterkunft gesucht hatten sind wir in den Park gezogen und haben Gitarre gespielt, woraufhin der recht leere Platz merklich voller wurde.
Nachher ging es zum Chinesen (wo sonst gibt es gutes vegetarisches Essen für Rebecca), wo wir auch noch mal spielen durften, und dann in eine Bar. Dieses Lokal war dann der absolute Hammer. Hatte es doch einen wunderschönen altmodischen Musikautomaten aus dem vorletzten Jahrhundert, wo man  sich gegen ein paar Münzen die Musik aussuchen konnte. Neuere Musik war zwar kaum drinn, aber was solls. Wir haben in altem Metall, Rock und Punkrock geschwelgt. Metallica, Scorpions, Sting, Rollings, Papa Roach etc. Danach wollten wir eigentlich noch in die Disko, entschlossen uns aber dagegen, nach Cumbia-Sounds war uns nach unserem schönen Rock nun wirklich nicht mehr.

Am nächsten Tag ging es dann weiter in den Urwald. Die Fahrt ging schnell und gemütlich auf der Lastfläche eines Pickups. Bei einem Zwischenstopp haben wir auch noch mal die Gitarren raus geholt, ansonsten haben wir uns die Natur beguckt.
Zu der Stadt Puerto Bermudez selber muss ich sagen, dass sie nicht gerade Stadtcharakter hatte. Es war eher ein ausgedehntes Dorf mit in der “Innenstadt” einigen Betongebäuden und Holzhütten mit Geschäften, weiter nach außen nahm dann das Holz und auch die mit irgendwelchen Pflanzen gedeckte Dächer zu. Nach dem wir die halbe Stadt begrüßt hatten (Juan kannte fast jeden) sind wir zu unserer Unterkunft gegangen.  Nach dem Lokalmeisterschaften im Fußball und ein paar leckeren Kokosnüssen haben wir Abends wieder in einem recht vollen Park Gitarre gespielt.
Am Montag stand dann eine Urwaldtour an. Mit dem Boot reingefahren, dann zu Fuß weiter. Wir sind zwar leider nie in gänzlich unberührten Urwald gekommen, aber auch so war es beeindruckend. Bäume von einer größe, dass man wirklich unten ein Loch durchsägen könnte, durch das ein Auto passen würde, ohne dass der Baum daran eingehen würde. Dazu Tukane und sonstige Vögel die einen ganz ordentlichen Lärm verursachen können. Leider hat sich Rebecca dabei den Fuß verknickt, so dass wir die Tour vorzeitig abbrechen mussten.
Am nächsten Tag mussten wir dann ja leider schon wieder zurück. Halb so schlimm, so schön wie es war, viel länger hätte ich es in diesem Klima nicht ausgehalten. Meine Haare klebten mir in Bermudez die ganze Zeit am Kopf und ich habe mehrfach am Tag kalt geduscht.

So, eigentlich wollte ich schon längst mal wieder geschrieben haben, was ich so in den letzten Wochen getan habe, auch von Ostern fehlt ja noch ein Blogeintrag, aber wie das so hier ist waren wir mal wieder ein paar Tage ohne Internet, dieses Mal hatte irgendein Heini angeblich einen Teil des Hauptkabels für die ganze Region geklaut.

 

Dann mal etwas chronologisch was so los war. Ich fange mal mit Ostern an:

Eigentlich hatte ich vor gehabt über Ostern weg zu fahren, wann hat man schon mal ein so langes Wochenende. Hier waren Donnerstag und Freitag Feiertag, dafür Montag und Dienstag nicht. Aber, wegfahren alleine ist auch langweilig. Rebecca wollte nach Lima, und zwar alleine (zumal es mich nicht wirklich nach Lima zog), Max hat sich trotz großer Reiseankündigungen hier in Oxapampa aufgehalten und den Arbeitern und anderen Personen hier war eine weitere Reise zu teuer. Dennoch war mein Ostern sehr nett, wenn auch ungewohnt. Am Donnerstag wollte ich eigentlich nach Oxa in die Stadt, aber wir waren zu spät abends drann (etwa 19.00Uhr) und da fuhr kein Auto mehr und ein Motorradfahrer der uns eigentlich mitnehmen wollte war verhindert (weiblicher Besuch hatte sich angekündigt). So sind wir (ich und Juan) halt in Huancabamba geblieben, haben ein bisschen öffentlich Gitarre gespielt, uns geärgert, dass man nach Einbruch der Dunkelheit nirgends mehr etwas zu Essen bekam und sind früh ins Bett gegangen.
Was wir Donnerstag versäumt hatten wurde Freitag nachgeholt. Wir sind nach Oxa gefahren, das überfüllt mit Ostertouristen war. Dort haben wir uns dann auf den Hauptplatz gesetzt und Gitarre gespielt und gesungen, was durchaus eine Menge Menschen angezogen hat (die Stimme von Juan ist unglaublich). Danach haben wir noch ein bisschen gefeiert, war sehr spaßig, bis morgens das erste Auto zurück fuhr. Samstag und Sonntag habe ich dann eigentlich nicht viel interessantes gemacht, Gitarre gespielt, gesungen, Leute getroffen und mein Zimmer bepinselt. Also nicht einfarbig, sondern mit Bildern. Wer Facebook hat, ich habe es doch tatsächlich geschaft zwei Bilder davon hoch zu laden.

Direkt das Wochenende nach Ostern war dann der große Geburtstag von Prosoya. Eine riesiges und echt gutes Fest. Es fing Freitag Abend mit einem Varieté an. Es wurden interessante Tänze, Theaterstücke oder Musikstücke aufgeführt und wir deutschen, inklusive der deutschen Ingenieure die wegen dem Internet da waren, haben spontan “mein kleiner grüner Kaktus Accapella gesungen. Nachher gab es dann noch Diskomusik in Prosoya und wir haben zusammen mit dem gesamten Mädchenprojekt getanzt. Michel hat außerdem tollen Pisco Sour selber gemacht. Am Samstag gab es dann einen (katolischen) Gottesdienst, der eigentlich ein Ostergottesdienst und echt wunderschön war. Danach gab es noch Sportwettkämpfe aber ich musste mich leider ans Internetreparieren machen.

Das nächste Highlight, außer der tollen Aussicht von den Spitzen der beiden Antennentürme, war dann letztes Wochenende. Erst waren wir am Samstag alle auf den 15. Geburtstag der Tochter eines Arbeiters eingeladen, dann war am Sonntag Rebeccas Geburtstag.
Das mit dem 15. Geburtstag ist hier sowieso so eine Sache für sich. Der wird hier bei den Mädchen riesengroß gefeiert und das Mädchen selber wird als Prinzessin raus geputzt. Ich durfte dabei dann auch mal wieder den Tanzpartner des Geburtstagskindes bei dem Eingangstanz abgeben. Das ganze lief etwa so ab:
Um etwa 16.00 Uhr war die Tanzprobe. Wir sollten in der Mitte tanzen, 6 Paare aus ihrer Klasse in einem Kreis darum herum. Walzer natürlich. Nach der Tanzprobe bin ich dann Klamotten suchen gegangen, denn es musste natürlich ein Anzug sein. Ich lieh mir also einen Anzug und kam am Abend perfekt gekleidet zurück. Das Mädchen kam in einem Auto vorgefahren und hatte ein Hochzeitskleid ähnliches Rosa-Prinzessinenkleid an. Wir Hielten Einzug und schritten von einem Freund zum nächsten, bis sie 15 Sternchen-Zauberstabkerzen ausgepustet hatte. Dann tanzten wir mit den Freunden um uns herum, dann alleine. Die Örtlichkeit war ein Partyraum, der dadurch, das er komplett aus Holzbalken bestand sehr rustikal-edel wirkte. Wir tanzten in der Mitte, während die Besucher an den Seiten auf Stühlen saßen oder in der Nähe des Einganges standen. Dann wurde der Geburtstagsstraus wie ein Brautstraus geworfen, und auch mir hatten sie eine rosa Blume aufgenötigt, die ich an meinem Anzug befestigte und dann auch werfen durfte. Dann tanzten wir wieder, diesmal alleine. Ich muss dazu sagen, es ist gar nicht so einfach mit einem Mädchen zu tanzen, wenn dir ihr Kleid einen Abstand von über einem Meter aufzwingt. Ansonsten ging es aber sehr gut und ich Tanzunbegabter schien doch einer der besten Walzertänzer dort zu sein. Später tanzten noch Vater und Patenonkel etc. und sie konnten es nicht. Auf die offiziellen Tänze folgten ein paar Ansprachen und hunderte Fotos vor den Monumentalen Geburtstagstorten. Dann fing die eigentliche Feier an, es wurde Cumbia, Raggeton und Salsa gespielt und alle haben getanzt. Später gab es dann noch Auftritte von einem Clown, und einer Streetdance Gruppe. Sobald möglich entledigte ich mich des Anzugs, wir tanzten bis etwa ein Uhr Nachts dort, dann wechselten wir in die Disko um Rebeccas Geburtstag zu feiern.

Diese Woche litten wir dann unter besagtem Kabelklau, aber dieses Wochenende werde ich verlängern (1.Mai ist auch hier frei) und nutzen um mit Rebecca nach Puerto Bermudez in den tiefen Urwald zu fahren.

Man soll es ja nicht glauben, aber wir haben jetzt tatsächlich Internet in Prosoya. Die Funkstrecke ist nach vielen Problemen endlich repariert und seit gestern Mittag gibt es Internet, ab jetzt per WLAN für alle.

 Auch haben wir jetzt genügend Ersatzteile um bei fast jedem beliebigen Ereignis reparieren zu können. Vielleicht wird die Leitung auch demnächst noch schneller. Ich hoffe also jetzt erreichbarer zu sein :D

Also, bevor es noch mehr Aufregung gibt, der letzte Eintrag war natürlich ein Aprilscherz. Vielleicht mit einem Thema, über das man keine Scherze macht, ich hätte es besser wissen sollen, aber nun gut.

Es tut mir auf jeden Fall echt Leid, dass ich einigen Personen Sorgen und Aufwand bereitet habe, das war auf keinen Fall meine Absicht und ich werde derartige Scherze nicht noch mal machen.

Was sonst so in der letzten Zeit passiert ist.. Eigentlich nicht viel, normale Arbeit, viel Spass mit Freunden und eine Hochzeit in Huancabamba. Die Zeremonie in der Kirche war dabei echt nett, die Feier nachher war nicht so meins (schlechte Musik und zu viel Bier) so dass ich mich dann recht früh verabschiedet habe. Zwischendurch gab es noch Kommunikationsprobleme bei einem eventuellen Solarprojekt im Mädchenprojekt aber das ist hier leider öfter so, dass es an der Kommunikation mangelt. Immerhin sind jetzt deutsche Ingenieure da, mit deren Hilfe wir versuchen werden wieder Internet nach ProSoYa zu bringen. Dann kann ich ja das nächste mal vielleicht am 31 März einen Artikel mit dem Inhalt, “Achtung morgen ist erster April” schreiben. Aber wenn sogar grosse renomierte Zeitungen alle Nase lang Aprilscherze machen… Naja. Man könnte auf jeden Fall sagen, mir geht es gut hier.

Leider wurden mir nur wenige Minuten Internet gewährt, deswegen in Kurzform.

Ich schreibe diesen Artikel aus Lima. Bin vorübergehend festgenommen worden in Zusammenhang mit einem Hackerangriff auf US-Amerikanische Verteidigungssysteme. Da ich als Deutscher in Peru festgenommen wurde und die USA eine Auslieferung verlangen alles nicht einfach. Immerhin wurde ich gut behandelt, nur das Essen ist grausam und zu wenig. Bald bekomme ich einen Übersetzer, so dass Missverständnisse ausgeräumt werden können und ich hoffentlich nach ProSoYa zurück kann. Die deutsche Botschaft hat sich auch schon eingeschaltet. Mein Laptop ist allerdings wohl fürs erste in den Händen irgendwelcher CIA Beamten verschwunden.

Das schlimmste wo mit ich im Moment aber rechnen muss wäre ein selbstverschuldeter Abbruch meines Freiwilligendienstes, Rückflug nach Deutschland und dann eine endlose Büroschlacht mit den vereinigten Staaten.

Zu weiteren Details darf ich mich leider nicht äussern, aber ich habe nichts in meinen Augen schlimmes getan.

Ich bin doch tatsächlich schon ein paar mal aus Deutschland gefragt worden wie ich hier meine Wäsche wasche.

Also, prinzipiel ganz einfach, da gibts Wasser, ne Wanne, Waschmittel, ne Bürste und meine Hände. Unglaublich ist dabei dieses Waschmittel . Mit genug Waschmittel und zur Not mehreren Anwendungen bekomme ich wirklich so gut wie alles wieder weiss – leider mit der Zeit auch die nicht weisse Wäsche. Auch löst sich meine gesamte Kleidung nach und nach auf, starke Beanspruchung, ordentlich Schrubben und diese Superwaschmittel (muss ja auch mit kaltem Wasser sauber werden) hinterlassen halt doch ihre Spuren. Dabei wird bei manchen Sachen auch flicken nicht helfen, weil einfach der Stoff durch ist. So dünn, das da nichts mehr zu flicken ist.

Naja, das schreit dann halt nach einer Shoppingparty in Lima kurz bevor ich Peru verlasse – soweit ich denn dann Platz im Gepäck haben werde.

Wenn man ein Jahr ins Ausland geht, dann geht das wohl an niemandem ganz ohne Wirkung vorbei und zumindest ich habe mir hier auch oft die Frage gestellt, wer bin ich eigentlich, und was ist mir wichtig.

Dabei zunaechst mal die aeusserlichen Aenderungen:
Wegen meiner Frisur wuerde mich meine Schwester wohl als “Schaf” bezeichnen – die Haare habe ich mir in Peru noch nicht geschnitte, aber statt das sie mir bis auf die Schultern runter haengen habe ich halt meine Wolle die immer dicker wird.
Mein Koerper hat an Taille verloren und an Schulter/Arm/Brust gewonnen. Sprich: Ich bin einige Kilos schwerer geworden, dank ordentlicher Arbeit aber gleichzeitig deutlich schlanker, so das mir meine Hosen alle viel zu weit geworden sind. Rumlaufen tue ich meistens in einer dreckigen Arbeitshose, und einem noch dreckigeren ehemals schwarzen Arbeitshemd mit neuerdings lustigen gemusterten Flicken, meine Arme haben die Aermel einfach “gesprengt”.
Den Bart, den ich mir hier lange Zeit habe stehen lassen habe ich mir abgenommen und laufe nun mit mehr oder weniger frisch rasiertem Gesicht durch die Gegend, also nicht wirklich anders als in Deutschland.

Dann nicht aeusserliche Dinge;
Viel schwerer Auszudruecken. Auf jeden Fall habe ich festgestellt, dass ich gerne tanze (auch wenn die Peruaner ihre Rhythmen natuerlich viel viel besser tanzen). Ich bin mir quasi mit jedem Tag sicherer, mich in deutschland politisch angagieren will, wie genau kann ich noch nicht sagen – weil ich es noch nicht weiss. Ich werde wohl wirklich Informatik studieren, und sicherlich nicht in der Naehe meines “Zuhause”. Ich weiss jetzt genauer, was meine Werte eigentlich sind und weiss jetzt auch genauer, in welcherlei Hinsicht ich manchmal ein riesen Arschloch bin. Dabei habe ich hier einen riesen Spass bei der Arbeit oder sonstwo und kann mir auch fuer die Zukunft vorstellen eher wenig zu verdienen und dafuer irgendwo zu arbeiten wo es mir so Spass macht wie hier. Die Mentalitaet der Peruaner gefaellt mir in den meisten Punkten auch besser, als die der meisten Deutschen (auch wenn man das natuerlich nicht so allgemein sagen kann) und ich wuerde gerne irgendwann auch fuer laengere Zeit nach Suedamerika zureuck.
Ich wuerde es gerne genauer Ausdruecken, aber dazu fehlen halt die Worte. Ich hoffe man kann an meiner Aufzaehlung erahnen, was ich meine. Ich denke auf jeden Fall viel ueber mich und die Welt nach und hoffe, dass manche Dinge nicht nur Gedanken bleiben.

Ja, was soll ich gross sagen, ich arbeite weiter in der Mecanica. Wir haben wieder angefangen Dinge zu fabrizieren, diesmal eine Stahlsaeule, haben weiter auf und umgeraeumt und die Reperatur des Autos/Buggys hier auf spaeter verschoben. Ich mache inzwischen quasi alle Berechnungen (weil ich mich seltener verrechne als die anderen hier und ausserdem Wurzeln per Hand schnell und genau berechnen kann, anders als die Taschenrechnerkruecke hier) und arbeite auch sonst oft deutlich unabhaengiger. Ausserdem habe ich versucht ein paar Informationen ueber die (hoffentlich bald wieder funktionierende) Richtfunkstrecke fuer Internet im Projekt zu sammeln und habe mir in der Buecherei des Projektes eine Biografie ueber Ernesto (Che) Guevara de la Serna ausgeliehen, irgendwas muss ich ja lesen und dann schon bildend, man kennt mich ja. Sehr interessant, da ich ueber diese Person bisher nur oberflaechliches Allgemeinwissen besass. Nur das Spanisch von diesem Autor ist reichlich schwierig gehalten, ich denke da haette so mancher Muttersprachler hier in der Gegend Schwierigkeiten mit. Was soll’s, dann lese ich halt langsamer als sonst. Da auch mein Laptop Ladegeraet mal wieder hin ist bin ich nun also fast jeden Abend und auch sonst wenn ich Zeit habe am Lesen.

Also, wie so oft mal wieder lange kein vernuenftiges Internet gehabt, Handynetz ist immernoch nicht stabil, so dass man auch darueber nicht ins Internet kommt und ProSoYa hat noch immer kein Internet.

Also, chronologisch ab Neujahr. Zunaechst einmal bestand meine Arbeit wie schon im letzten Eintrag gesagt, im Januar allgemein eigentlich aus koerperlich anstrengender Arbeit in der Landwirtschaft. Das war trotz aller eintoeniger Arbeit sehr interessant und guttuend. Auch habe ich so noch mal viel mehr mit den Schuelern zusammen gearbeitet, und wenn man gemeinsam mit viel Schweiss und auch manchmal etwas Blut, bewaffnet mit einer Machete das uebermannshohe Unkraut zwischen den Kaffeepflanzen entfernt, dann kommt man auch interessant ins Gespraech (in den Pausen). Ausserdem konnte ich von den Arbeitern noch ein bisschen Landwirtschaftstheorie lernen und wenn wir bei schlechtem Wetter den Kaffee weiterverarbeitet haben, gab es immer interessante Gespraeche ueber den Glauben und manchmal auch ueber die Gesellschaft und Politik.

Dann gab es das Zwischenseminar, was soll ich gross sagen… Es wurde deutlich weniger getrunken als gedacht, Kurt hat erstaunlich wenig geredet und wir hatten viel Spass zusammen. Schade, dass es so schnell vorbei war. Auch inhaltlich hat es mir sehr gefallen, nur das es im eigenen Projekt war war etwas, sagen wir mal stressig und schade, da ich auch gerne wie die anderen noch mal einen anderen Teil Perus gesehen haette.

Dann war das Seminar kaum vorbei, schon bin ich mit ein paar Biologen fuer fuenf Tage in den Nationalpark gegangen, neue Froscharten suchen und aehnliches. Es hatte sich spontan ergeben, die Biologen waren in ProSoYa, mich hat ihre Arbeit interessiert und Michel fragte mich, ob ich nicht mit wolle. Was fuer eine Frage. Das ganze war recht… abenteuerlich, mein Zelt (von ProSoYa) war nicht dicht, die erste Nacht haben wir am Steilhang mit mehr als 45° Neigung versucht irgendwie Platz fuer die Zelte zu finden (in dichtem Urwaldbewuchs) und der Pfad war mit dem Gepaeck fast nicht machbar. Der Ort, wo wir dann dauerhafter gecampt haben war oben auf dem Grat, so das es auch recht kuehl und fast durchgehend regnerisch war. Auch Essen war nicht so ueppig, meist haben wir zu viert Portionen gegessen, von denen ich alleine lange nicht satt geworden waere. Auch hatte ich so spontan keine passende Kleidung, alles war zu duenn und nicht fuer Regen. Geschlafen habe ich in einem kleinen See, der sich in meinem Zelt gebildet hatte. Insgesamt also nass, kalt, mit Hunger – sehr nach dem Sprichwort, was nicht umbringt macht dich hart. Dafuer war die Natur und die Landschaft unbeschreiblich und die wissenschaftliche Arbeit interessant und erfolgreich, auch wenn ich natuerlich keine Details nennen kann.

Jetzt arbeite ich seit ein paar Tagen wieder in der Mecanica, und wir haben den Tubular, ein von ProSoYa selbst gebasteltes Auto mit Nissanmotor und Teilen vor allem aus einem alten Nissan und einem VW Kaefer, wieder zum laufen gebracht. Diese alte Kiste, die lange nicht mehr genutzt wurde hat leider noch eine Menge Probleme, aber wir konnten immerhin eine Probefahrt machen, auch wenn diese in einem hoffnungslos ueberhitzten Motor und einem Muskelkater vom schieben endete. Naechste Woche werden wir weiter versuchen ihn auf Vordermann zu bringen, mal sehen was wir da wieder hin bekommen, im Basteln sind die ja alle gut, und auch ich bin inzwischen geuebt darin.

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