So, eigentlich wollte ich schon längst mal wieder geschrieben haben, was ich so in den letzten Wochen getan habe, auch von Ostern fehlt ja noch ein Blogeintrag, aber wie das so hier ist waren wir mal wieder ein paar Tage ohne Internet, dieses Mal hatte irgendein Heini angeblich einen Teil des Hauptkabels für die ganze Region geklaut.
Dann mal etwas chronologisch was so los war. Ich fange mal mit Ostern an:
Eigentlich hatte ich vor gehabt über Ostern weg zu fahren, wann hat man schon mal ein so langes Wochenende. Hier waren Donnerstag und Freitag Feiertag, dafür Montag und Dienstag nicht. Aber, wegfahren alleine ist auch langweilig. Rebecca wollte nach Lima, und zwar alleine (zumal es mich nicht wirklich nach Lima zog), Max hat sich trotz großer Reiseankündigungen hier in Oxapampa aufgehalten und den Arbeitern und anderen Personen hier war eine weitere Reise zu teuer. Dennoch war mein Ostern sehr nett, wenn auch ungewohnt. Am Donnerstag wollte ich eigentlich nach Oxa in die Stadt, aber wir waren zu spät abends drann (etwa 19.00Uhr) und da fuhr kein Auto mehr und ein Motorradfahrer der uns eigentlich mitnehmen wollte war verhindert (weiblicher Besuch hatte sich angekündigt). So sind wir (ich und Juan) halt in Huancabamba geblieben, haben ein bisschen öffentlich Gitarre gespielt, uns geärgert, dass man nach Einbruch der Dunkelheit nirgends mehr etwas zu Essen bekam und sind früh ins Bett gegangen.
Was wir Donnerstag versäumt hatten wurde Freitag nachgeholt. Wir sind nach Oxa gefahren, das überfüllt mit Ostertouristen war. Dort haben wir uns dann auf den Hauptplatz gesetzt und Gitarre gespielt und gesungen, was durchaus eine Menge Menschen angezogen hat (die Stimme von Juan ist unglaublich). Danach haben wir noch ein bisschen gefeiert, war sehr spaßig, bis morgens das erste Auto zurück fuhr. Samstag und Sonntag habe ich dann eigentlich nicht viel interessantes gemacht, Gitarre gespielt, gesungen, Leute getroffen und mein Zimmer bepinselt. Also nicht einfarbig, sondern mit Bildern. Wer Facebook hat, ich habe es doch tatsächlich geschaft zwei Bilder davon hoch zu laden.
Direkt das Wochenende nach Ostern war dann der große Geburtstag von Prosoya. Eine riesiges und echt gutes Fest. Es fing Freitag Abend mit einem Varieté an. Es wurden interessante Tänze, Theaterstücke oder Musikstücke aufgeführt und wir deutschen, inklusive der deutschen Ingenieure die wegen dem Internet da waren, haben spontan “mein kleiner grüner Kaktus Accapella gesungen. Nachher gab es dann noch Diskomusik in Prosoya und wir haben zusammen mit dem gesamten Mädchenprojekt getanzt. Michel hat außerdem tollen Pisco Sour selber gemacht. Am Samstag gab es dann einen (katolischen) Gottesdienst, der eigentlich ein Ostergottesdienst und echt wunderschön war. Danach gab es noch Sportwettkämpfe aber ich musste mich leider ans Internetreparieren machen.
Das nächste Highlight, außer der tollen Aussicht von den Spitzen der beiden Antennentürme, war dann letztes Wochenende. Erst waren wir am Samstag alle auf den 15. Geburtstag der Tochter eines Arbeiters eingeladen, dann war am Sonntag Rebeccas Geburtstag.
Das mit dem 15. Geburtstag ist hier sowieso so eine Sache für sich. Der wird hier bei den Mädchen riesengroß gefeiert und das Mädchen selber wird als Prinzessin raus geputzt. Ich durfte dabei dann auch mal wieder den Tanzpartner des Geburtstagskindes bei dem Eingangstanz abgeben. Das ganze lief etwa so ab:
Um etwa 16.00 Uhr war die Tanzprobe. Wir sollten in der Mitte tanzen, 6 Paare aus ihrer Klasse in einem Kreis darum herum. Walzer natürlich. Nach der Tanzprobe bin ich dann Klamotten suchen gegangen, denn es musste natürlich ein Anzug sein. Ich lieh mir also einen Anzug und kam am Abend perfekt gekleidet zurück. Das Mädchen kam in einem Auto vorgefahren und hatte ein Hochzeitskleid ähnliches Rosa-Prinzessinenkleid an. Wir Hielten Einzug und schritten von einem Freund zum nächsten, bis sie 15 Sternchen-Zauberstabkerzen ausgepustet hatte. Dann tanzten wir mit den Freunden um uns herum, dann alleine. Die Örtlichkeit war ein Partyraum, der dadurch, das er komplett aus Holzbalken bestand sehr rustikal-edel wirkte. Wir tanzten in der Mitte, während die Besucher an den Seiten auf Stühlen saßen oder in der Nähe des Einganges standen. Dann wurde der Geburtstagsstraus wie ein Brautstraus geworfen, und auch mir hatten sie eine rosa Blume aufgenötigt, die ich an meinem Anzug befestigte und dann auch werfen durfte. Dann tanzten wir wieder, diesmal alleine. Ich muss dazu sagen, es ist gar nicht so einfach mit einem Mädchen zu tanzen, wenn dir ihr Kleid einen Abstand von über einem Meter aufzwingt. Ansonsten ging es aber sehr gut und ich Tanzunbegabter schien doch einer der besten Walzertänzer dort zu sein. Später tanzten noch Vater und Patenonkel etc. und sie konnten es nicht. Auf die offiziellen Tänze folgten ein paar Ansprachen und hunderte Fotos vor den Monumentalen Geburtstagstorten. Dann fing die eigentliche Feier an, es wurde Cumbia, Raggeton und Salsa gespielt und alle haben getanzt. Später gab es dann noch Auftritte von einem Clown, und einer Streetdance Gruppe. Sobald möglich entledigte ich mich des Anzugs, wir tanzten bis etwa ein Uhr Nachts dort, dann wechselten wir in die Disko um Rebeccas Geburtstag zu feiern.
Diese Woche litten wir dann unter besagtem Kabelklau, aber dieses Wochenende werde ich verlängern (1.Mai ist auch hier frei) und nutzen um mit Rebecca nach Puerto Bermudez in den tiefen Urwald zu fahren.